2002 – Bäcker Metzger Mühlen einst und jetzt

Bäcker Metzger Mühlen

“Bäcker Metzger Mühlen” ist die zweite einer Reihe von Jahresausstellungen, die seit dem Jahr 2001 regelmäßig stattfinden. Begeben Sie sich auf eine Reise zurück in die Freisinger Bäcker Metzger und Mühlen, wie sie einst waren und jetzt sind.

Bäckereien

Freisings “Bäcker Metzger Mühlen” haben nicht nur eine hohe Tradition und eine lange Geschichte, sie hatten auch stets eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung.
Dabei gibt es auch kurioses zu vermerken.
Glaubhaft versicherten Reisende (so schreibt Hans Gruber in seinem Büchlein “Es geschah zwischen den drei Bergen”), dort wären schön und täuschend echt bemalte Brotlaibe aus Stein verkauft worden.
Und aus dem Jahr 1642 stammt das Rezept, nach dem die beiden Freisinger Lebzelter Vinzenz Kremmer und Bartholomäus Sedlmayr noch im vergangenen Jahrhundert, die “dürren Heiligen” (Lebkuchen-Nikoläuse) zur Freude der braven Kinder herstellten.

Lasst uns wenigstens kurz eintauchen in die Geschichte unserer Bäckereien in den letzten achtzig Jahren.

Bäckereien

Das Café Haller

Das Café Halleram Kriegerdenkmal

Das Café Haller
Fast immer war der Besuch des Café Haller oder auch der Bäckerei Tremmel mit dem Naschen an einer herrlich dekorierten Torte verbunden
….aber bitte mit Sahne!

Die Bäckerei Tremmel

Die Bäckerei Tremmelin der Unteren Hauptstr. 40

Die Bäckerei Wieland

Die Bäckerei Wielandin der General-von-Nagel Straße 3

Das Haus hat sich kaum verändert, wohl aber das Gewerbe, das in ihm beheimatet ist. Früher wurden hier fein duftende Brote, Semmeln und Brezn verkauft, heute das Wissen und die Fähigkeit ein Auto zu steuern.

Bäckerei – Lebensmittel von Richard Betz

Die Bäckerei Betz

Die erste Bäckerei in der Pfalzgrafstraße 7 in Lerchenfeld.
Das große Foto oben zeigt die erste Bäckerei in Lerchenfeld, wie sie im Jahre 1928 aussah. Das kleine Foto zeigt die Bäckerei 1961.

Die Bäckerei BetzDie Aufnahme stammt aus dem Jahre 1992.

Damals die Bäckerei Diewald – heute die Bäckerei Muschler

Die Bäckerei Diewaldin der Oberen Hauptstraße 38

Schon die Bäckerei Diewald hatte in Freising dank ihrer feinen Backwaren eine lange Tradition und einen guten Ruf. Aber auch die Bäckerei Muschler kann inzwischen fast auf ein halbes Jahrhundert Geschichte zurückblicken. So eröffnete 1955 der Bäcker- und Konditormeister Josef Muschler zusammen mit seiner Frau Franziska im alten “Weberhaus” seinen Betrieb. 1975 zieht der Betrieb in die Landshuter Straße um, ins Haus der früheren Bäckerei Zischka. Und 1975 wird auch die erste Filiale in der Oberen Hauptstraße 38 (kleines Bild oben) eröffnet.

Bäckerei mit Motorbetrieb von Georg Haslberger

Die Bäckerei Haslberger

in der Landshuter Straße
(großes Foto oben)

Die große Aufnahme oben stammt aus dem Jahre 1906. Zu dieser Zeit war man noch viel mit dem Fahrrad unterwegs und die Geschäftsleute schrieben, wie hier, auch ihre Telefon-Nummer an die Hauswand.
Der Sohn des Georg Haslberger aus der Landshuter Straße, auch ein Georg, hat dann ab den dreißiger Jahren seine Bäckerei in der Mainburger Straße betrieben, (die beiden kleinen Fotos links), wo sich heute ein Bürohaus und ein Zoo-Fachgeschäft befindet.

Brot- und Feinbäckerei von Josef Jackermeier

Die Bäckerei Jackermeierin der Dr.-von-Daller-Straße 33

Bäckerei von Joh. Hölzl

Die Bäckerei Hölzlin der Sonnenstraße 2

Die Bäckerei Johann Hartl

Die Bäckerei Hartlin der Oberen Hauptstraße
mit gesamten Mitarbeiterstab 1929

Die Bäckerei Lachner

Die Bäckerei Lachnerin der unteren Hauptstraße 41

Wo heute die Bäckerei Welter eine Filiale betreibt, dort gab es vor fast vierhundert Jahren eine Bäckerei.
1608 war es der “Strieglbeckh”, dann unter Striegls Sohn Peter der “Peterbäcker” bis schließlich 1927 Rudolf Lachner den Betrieb zum “Lachnerbäck” machte.
Später war es die Familie Panzner, bei der man seinen Brotwecken oder sein “Maurerloawe” gern kaufte.

Die Bäckerei Albrecht

Die Bäckerei Albrechtin der Oberen Hauptstraße

Die Bäckerei Albrecht hatte schon immer ihre Backstube in Marzling. Vielleicht hat man sich, um die lange Wegstrecke zurückzulegen beizeiten ein Geschäftsrad zugelegt. Schon bald wagte man sich nach Freising. Unser großes Foto zeigt die Inhaberin Christiane Albrecht in ihrem Geschäft (Haus Blumen-Mühl) in der Oberen Hauptstraße, kurz nach dem 2. Weltkrieg.

Bäckerei & Mehlhandlung von Ludwig und Georg Zischka

Die Bäckerei Zischkaam Thalhauser Fußweg bzw. in der Landshuter Straße

Oben: am Thalhauser Fußweg
1. Bild Rechts: in der Landshuter Straße
2. Bild links: Heute – Bäckerei Muschler

Das kleine Foto ganz unten zeigt die beiden Bäckergesellen der Bäckerei Georg Zischka, links Hans Weiß und rechts das langjährige Mitglied unserer “Interessengemeinschaft Bürgerturm”, Ludwig Haberstetter, der größtenteils die Fotos dieser Broschüre zusammengetragen hat.

Das Brothaus

Das Brothausam Marienplatz

Seine Geschichte reicht weit bis ins Mittelalter zurück. Unsere obige Aufnahme allerdings stammt aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Das Brothaus

Die Feinbäckerei Georg Spitz

Die Feinbäckerei Spitzin der Thalhauser Straße

Dort wo die Thalhauser Straße eine leichte Linkskurve macht, war über Jahrzehnte die Feinbäckerei Spitz zuhause. Jetzt (2003) gibt es dort einen italienischen Feinkostladen.

Die Bäckerei Döbl

Die Bäckerei Döblin der Unteren Hauptstraße 8

Heute kann man an dieser Stelle die schönsten Spielfilme der Filmtheaterbetriebe Fläxl sehen.
Vor fünfzig Jahren konnte man aber dort – in der Unteren Hauptstraße 8 – die schönsten Semmeln und Brezn kaufen.

Die Bäckerei Döbl

Die Bäckerei Josef Weber

Die Bäckerei Weberin der Unteren Hauptstraße 16

Nicht nur die Laufkundschaft, sondern auch ein Gutteil Stammkundschaft waren das Umsatzrückgrad der Bäckerei Josef Weber in der Unteren Hauptstraße.

KochlöffelHeute befindet sich dort eine Filiale der Restaurant-Kette Kochlöffel.

Bäckerei Himmelstoß

Die Bäckerei Himmelstoßin der Wiesenthalstraße 2

Viele ältere Neustifter kenne sie noch, die Bäckerei Himmelstoß in der Landshuter Straße.

Die Bäckerei Himmelstoß

Was würde zu diesem schönen Namen “Himmelstoß” besser passen, als das Einsatzbild für die Zunftfahne der Freisinger Bäcker. Sie stammt aus dem Jahr 1822 und stellt die Gottesmutter mit dem Kinde dar.

Die Bäckerei Forster

Die Bäckerei Forsterin der Ziegelgasse 11

Die Bäckerei Meier

Die Bäckerei Meierin der Wiesenthalstraße

Metzger

Metzgereien

Tradition und soziales Engagement

Krankenunterstützungsverein

Unser Foto oben zeigt die Mitglieder des Metzger-Kranken-Unterstützungsvereins Freising aus dem Jahre 1910.

Zunftfahne

Die Zunftfahne der Freisinger Metzger aus dem Jahre 1815.
Sie zeigt Johannes den Täufer.

Die Metzgerei Altersberger

Die Metzgerei Altersberger

Zwischen den hier gezeigten Fotos der traditionsreichen Metzgerei Kaspar bzw. Georg Alterberger liegen eine wechselvolle Geschichte und viele Jahrzehnte Zeitgeschichte. Zuerst in der Bahnhofstraße, wo jetzt ein Fotoladen beheimatet ist und dann in der Oberen Hauptstraße, wo sich heute durstige Seelen im Lokal Bierteufel einfinden.

Die Metzgerei Altersberger

Ausbildung im Metzgerhandwerk…

Ausbildung Metzgerhandwerk

wurde in Freising schon immer groß geschrieben. Das Foto oben zeigt die Teilnehmer des Fach- und Garnierkurses, Freising, vom September 1933 unter Leitung von B. Krause.

Ausbildung Metzgerhandwerk

Die Fleisch- und Wurstwaren-Fachverkäuferinnen.

Die Metzgerei Wild

Die Metzgerei Wild

Metzgermeister Johann Wild steht (1937) stolz vor seinem Geschäft in der General-von-Nagel-Straße 2. (Foto links oben).
Es muss wohl sein Vater Johann Wild sen. gewesen sein, der seine Metzgerei in der Fischergasse 11 (Foto rechts und rechts oben) betrieb und der im Freisinger Tagblatt am 1. Mai 1867 in seiner Eröffnungs-Anzeige schrieb:

Die Metzgerei Wild

Die Pferdeschlächterei und Geflügel-Handlung Riedl

Pferdeschlächter Riedlin der Sonnenstraße

Pferdeschlächter Riedl

Hier wurden Pferde nicht nur geschlachtet, sondern auch als nützliche und wertvolle Zugtiere genutzt, wie man auf obigem Foto ganz links im Bild erkennen kann.
Mit Kind und Kegel hat sich die Familie Riedl am Fotografen gestellt. Wir vermuten, dass das Datum der Aufnahme zu Anfang des letzten Jahrhunderts liegt.

Die Metzgerei Markus Roithmaier

Die_Metzgerei Roithmaierin der alten Poststraße 7

Früh schon übten die Roithmaier-Kinder den Beruf ums Fleisch und um die Wurst – und wenn es auch nur die Schürze war, die ihnen das Aussehen eines echten Metzgers verlieh.
Die Metzgerei Roithmaier hatte ihren Laden in der Alten Poststraße 7. Heute steht dort ein Privathaus.

Die Metzgerei Handgrödinger

Die Metzgerei Handgrödingerin der Alten Poststraße 81

Die Metzgerei Handgrödinger

Schon vor rund sechzig Jahren war die Metzgerei Handgrödinger in der Alten Poststraße in Freising eine Institution. Später zog sie in den Neubau auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Unser Foto links zeigt einen Jahrgang angehender Gesellen in der Freisinger Berufsschule für Lebensmittel am 28.03.1938.

Die Metzgerei Albert (vorm. Joh.) Mayr

Die Metzgerei Mayrin der Landshuter Straße 50

Die Metzgerei Georg Hofmair

Die Metzgerei HofmaierIn der Unteren Hauptstraße 549

Die Metzgerei Jakob Fertl

Die Metzgerei Fertlin der Oberen Hauptstraße, Praetnerhaus, Stadt-Bibliothek

“De Sau hot hintnrum zwene”(Übersetzung: Das Schweinderl hat an den Hinterbacken ein bisschen zu wenig Fleisch)

sagt der Viechhandler und will eigentlich nur den Preis ein bisschen drücken.
Einmal in der Woche war auch am Marktplatz beim Kriegerdenkmal, nicht weit vom Fertl-Metzger der Saumarkt, bei dem es nicht selten hoch her ging.

Die Metzgerei Schindler

Die Metzgerei Schindlerin der Oberen Hauptstraße 47

Unser großes Foto oben zeigt die freundlichen Fachverkäuferinnen der bekannten Freisinger Metzgerei Schindler in der Oberen Hauptstraße. Heute ist dort ein Fotoladen der Firma Porst zu finden.

Weißwurstdenkmal

Und wo steht das erste und einzige Weisswurstdenkmal der Welt…?
Natürlich in Freising, vor der Aktienschänke.
(Foto links)

Die Metzgerei Dandl

Die Metzgerei Dandlin der Mainburger Straße 3

Die große Aufnahme oben macht deutlich, dass die Metzgerei Dandl ehemals neben der bekannten Gaststätte Neugarten am alten Viehmarktplatz zuhause war.
Und ganz links im Bild grüßen in schöner Eintracht unser Bürgerturm und der Turm der St. Georgskirche herüber.

Die Metzgerei Krebrucker

Die Metzgerei Krebruckerin der Ziegelgasse 516

Bekannt für feine Fleisch- und Wurstwaren war die Metzgerei von Max Krebrucker. Aus welchem Jahr die große Aufnahme oben stammt, kann nicht mehr genau festgestellt werden, sie dürfte jedenfalls in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entstanden sein. Das kleine Foto oben Mitte zeigt Frau Krebrucker inmitten ihrer Wirkungsstätte im Jahr 1955 und die Preistafel dürfte noch etwas älter sein, danach kostete ein Pfund “Ia Kalbfleisch” 70 Pfennige.

Die Metzgerei Hermann

Die Metzgerei Hermannin der Luckengasse …einst und jetzt

Das geübte Auge des Metzgers konnte bereits am lebenden Objekt die Qualität des Fleisches feststellen.
An der Zubereitung der Wurstwaren jedoch sollte man die Virtuosität des Metzgermeisters und seiner Gehilfen erkennen.

Die Metzgerei Franz Pflügler

in Vötting

Die Metzgerei Pflügler

Der Name Pflügler ist in Freising wohl bekannt für feine Fleisch- und Wurstwaren. Ein jüngerer Sproß der Familie hat sich allerdings auf einem ganz anderen Gebiet einen Namen gemacht, nämlich auf dem Gebiet des Fußballs – als Spieler des FC Bayern München und als Nationalspieler:
Der Hansi Pflügler

Die Metzgerei Felber

 Die Metzgerei FelberIn der Oberen Hauptstraße

Dieses Foto stammt aus dem Jahr 1926. Es zeigt links (mit der weißen Schürze) Martin Spitzauer, in der Mitte Josef Felber und daneben Georg Felber, der neben der Metzgerei am Stadtrand von Freising eine große Schafherde sein Eigen nannte, die sein Ein und Alles war.
Rechts:
In alter Tradition beherbergt das Haus in der Oberen Hauptstraße, wo früher die Metzgerei Felber zuhause war, heute die Metzgerei von Otto Zuhr.

Mühlen

Müller war schon in den vergangenen Jahrhunderten ein angesehener Beruf, ein lukratives Handwerk und ein einträgliches Gewerbe, das die Verbindung zur Landwirtschaft genauso pflegte, wie das zu seinen potentiellen Kunden, den Bäckern und Konditoren.

Mühlen

Die Mühle ehem. von A. Steinecker in Vötting

Fahne Freisinger MüllerFahne der Freisinger Müller (1829)

Die Erl-Mühle

Die Erl-Mühlein der Landshuter Straße 94

Mühle und Landwirtschaftliches Lagerhaus Jos. Andelfinger

Mühle AdelfingerAlte Poststraße 52

Die Kunden-Mühle von P. Schmitt

Kundenmühlein Attaching

Die Brey-Mühle

Die Brey Mühle

Auch die Brey-Mühle am Sondermüllerweg 6, direkt an der Moosach hat in Freising eine lange Tradition. Vielen ist noch ihr Besitzer aus den sechziger Jahren namens Tischler bekannt, der gleichzeitig auch eine renommierte Bäckerei in Freising mit einigen Filialen betrieb. Und viele erinnern sich noch an die guten Brezen vom Tischler.

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Exzesse im Bürgerthurm

Zu den vielen bösen Buben, die im Bürgerturm untergebracht waren, gehört auch ein Joseph Schönmetzler, der als „sicherheitsgefährlich“ eingestuft wurde und sich im August 1861 „wegen Beschädigung seiner Wohnung im Bürgersthurm betreffend“ verantworten musste.

Er wurde, wie seinerzeit üblich zu einem dreitätigen Arrest verurteilt, musste auf blosen Brettern nächtigen und bekam am dritten Tag keine warme Speise. Die Verhandlungskosten blieben „wegen seiner Armuth außer Ansatz“ und wurden aus der Communalkasse bezahlt.

Im Mai 1862 stand er zusammen mit einer Anna Thalhammer „wegen verübter Excesse im Bürgersthurm“ schon wieder vor dem Rat, der den Fall gleich an das königliche Landgericht Freysing weitergab. Ob es allein die von Schönmetzler verursachten Beschädigungen waren, ist nicht überliefert. Doch wurde im Mai 1863 beschlossen, den Bürgerturm für 80 Gulden renovieren zu lassen.

Geachtet wurde stets auch auf Moral und Sitte. Im Jahre 1866 etwa wurde zwar einer Maria Bauer „ein Stübchen über zwei Stiegen“ als Wohnung eingeräumt. Damit verbunden war jedoch die Bedingung, „dass solche von ihrem Liebhaber Staudinger nicht betreten werden darf“.

1899 wurde der Taglöhnerswitwe Walburga Stuhlreiter eine Wohnung im Bürgerturm verwehrt, „weil die Unterbringung von Personen beiderlei Geschlechtes in diesem Gelasse gegen die gute Sitte verstoßen würde“.

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Wehrturm in der Stadtmauer

Der Bürgerturm am Unteren Graben ist der einzige noch sichtbare Rest der mittelalterlichen Befestigungsanlage in Freising.

Über seine Entstehungsgeschichte ist nicht viel bekannt, doch nach Untersuchungen aus dem Jahr 1995, auf die sich Kreisheimatpfleger Rudolf Goerge vor 20 Jahren in einem Beitrag für das Freisinger Tagblatt gestützt hat, wurde der Bürgerturm Mitte des 14. Jahrhunderts als Wehrturm innerhalb der Stadtmauer gebaut. Zunächst hatte er wohl nur zwei Stockwerke und war unverputzt. Erst später, so berichtet Goerge, scheint er um zwei Stockwerke erhöht und dann auch verputzt worden zu sein.

Der Stadtturm – wie er ursprünglich hieß – war immer schon im Besitz der Stadt Freising und war lange Zeit bewohnt, wie aus Steuerbüchern und Stadtrats-protokollen hervorgeht.

Erstmals erwähnt wurde er 1528: „In der Stat durn“. 1563 tauchen die Begriffe „Gemainer Stat Thurn“ und 1601 „Gemainer Stat Thurn in der Maur“ auf. 1693 ist erstmals die Rede vom „Burgers Thurn“ und 1734 vom „Burgers thurn am vndern Stattgraben“. Im Steuerbuch von 1528 taucht in der Rubrik „Im Waiz“ ein interessanter Eintrag auf: „Pockinger In der Stat durn xxviij dl“. Und im Steuerbuch von 1563 ist ein Hanns Tachawer als „Inman“ in „Gemainer Stat Thurn“ aufgeführt, der zwei Schilling und zehn Pfennig zahlte.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gab es dann offensichtlich Bestrebungen, den Turm zu einem Frauengefängnis umzubauen.

So ist ein Gesuch aus dem Jahr 1607 überliefert, in dem eine Anna Müllerin den Stadtrat bittet, für einen Taler Jahreszins im „Statt Thurn in der Ringmauer“ wohnen zu dürfen.

Die Stadtväter lehnten das Gesuch aber mit der Begründung ab, den „Thurn“ in ein „fenckhnus für die Weiber“ umbauen zu wollen. Diese Absicht scheint man dann aber wieder fallengelassen zu haben, denn schon ein Jahr später sind im Steuerbuch wieder Einnahmen über vier Schilling Hauszins für den „Stat Thurn In der Waizengasse“ eingetragen.

Im späten 17. Jahrhundert erhielt der Bürgerturm dann wohl doch eine neue Bestimmung. In einem Stadtratprotokoll aus dem Jahre 1693 ist die Rede von einem Gefängnis und einem Pulvermagazin in der oberen Kammer. Und in einer „Anmörckhung“ von 1750 wird festgehalten, dass der Bürgerturm als Lager für das Schießpulver des fürstbischöflichen Hofes dient und eine Arrestkammer besitzt.

Nach der Säkularisation 1803 richtete die Stadt im Bürgerturm ein Gefängnis ein und ab Mitte des 19. Jahrhunderts fand er Verwendung als Armenhaus.

Die älteste Ansicht des Bürgerturms ist ein Holzschnitt von 1548 in Sebastian Münsters „Cosmographia“. Im Jahr 1724 entstand der Kupferstich „Freising aus der Vogelschau“, den Claude Sarron und Gottfried Stain für Carl Meichelbecks „Historia Frigsingensis“ geschaffen haben. Eindeutig auszumachen ist darauf der mit einem Walmdach ausgestattete Bürgerturm in der Stadtmauer.

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Probleme mit der Reinlichkeit

Vielleicht, weil die im Armenhaus lebenden Menschen nicht gerade den besten Leumund hatten und immer wieder durch ihr „excessives Verhalten“ auffielen, kümmerte sich die Stadt nicht so recht um die Wohnverhältnisse im Bürgerturm.

1889 wurde jedoch auf Antrag der Taglöhnerswitwe Maria Stuhlreiter eine Wasserleitung verlegt. Die öffentlichen Brunnen hatten seinerzeit „schlechtes ungenießbares Wasser“ geliefert und waren „eingezogen“ worden. Einen Wasseranschluss gab es allerdings nur im Erdgeschoss. Noch 1910 wurde abgelehnt, auch den 1. Stock mit Wasser zu versorgen, „nachdem parterre bereits die Wasserleitung eingerichtet ist“, wie es in einem Protokoll heißt.

Auch mit der „öffentlichen Reinlichkeit“ scheint es nicht gut bestellt gewesen zu sein. So mussten die Bewohner des Bürgerturms ihren Abfall im Hausgang aufbewahren, von wo aus er auf die Straße geworfen und von Zeit zu Zeit von städtischen Arbeitern abgefahren wurde.

1913 beschloss deshalb der Magistrat der Stadt, für 15 Mark eine verschließbare Abfalltonne anzuschaffen, „nachdem der bisherige Zustand vorschriftswidrig und gesundheitswidrig war“.

Die Wohnverhältnisse blieben aber schlecht, weshalb noch im gleichen Jahr beschlossen wurde, den Bürgerturm nicht mehr bewohnen zu lassen. Zwei Taglöhner mit ihren Familien, wurden in die Gesindestube des Heiliggeistspitals verlegt oder aufgefordert, sich eine Privatwohnung zu mieten, wofür „im Falle der Hilfsbedürftigkeit“ ein „Wohnungsgeldbetrag“ in Aussicht gestellt wurde.

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Unangenehme Zeitgenossen

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts lebten im Bürgerturm allem Anschein nach zum Teil asoziale und verhaltensgestörte Mitbürger, die sonst nirgends unterzubringen waren.

Noch im 20. Jahrhundert war im Volksmund die Rede vom „Pfennigturm“, weil für die Armen kleinere Geldbeträge durch die offenen Fenster geworfen wurden.

Aus Unterlagen im Stadtarchiv geht hervor, dass der bürgerliche „Arrestthurm“ im Jahre 1811 „zur ebner Erde 1 Remiss, über 1 Stiegen 1 heizbares Zimerl, über 2 Stiegen auch ein heizbares Zimerl“ und unter dem Dach ein unheizbares „Stübl“ besaß.

Im Jahre 1853 wird der obdachlosen Familie eines Paul Thalhammer der Bürgerturm als Wohnung überlassen. Ein Jahr später zieht im März der obdachlose Schuhmachergesell Franz Huber ein, im Oktober folgt ein Johann Oswald, vulgo Knauerhanns. Mit dem aber scheint es Ärger gegeben zu haben, denn wegen dessen „exzessiven Betragens“ wird sein Fall „zur weiteren competenzmäßigen Behandlung“ dem Landgericht Freising übergeben.

Als „schlechtbeleumundete Individien“ werden in einem Eintrag vom Juni 1855 Philipp Gierl, Gabriel Knöpfle und Paul Thalhammer bezeichnet. Wegen Verunreinigung des Bürgerturms und wegen Ruhestörung werden „Gierl et Consorten“ zu „einem dreitägigen doppelt geschärften Polizeiarreste“ verurteilt.

Im Dezember 1858 muss der Zimmermann Paul Thalhammer, vulgo Bucklperpausch, „wegen Exzesses“ erneut unangenehm aufgefallen sein. Er wird, wie aus den Protokollen hervorgeht, zu „15 Ruthenstreichen“ verurteilt, die aber wegen eines gerichtsärztlichen Gutachtens nicht vollzogen werden.

Die Ruthenstreiche werden daher in eine achttägige, „durch Anweisung der Liegerstätte auf blosen Brettern und Entziehung der warmen Speisen je am dritten Tage doppelt geschärfte Arreststrafe umgewandelt“.

Im August 1859 wird Thalhammer wegen nächtlicher Ruhestörung und Übertretung der Hausordnung im Bürgerturm erneut mit „Polizeyarrest“ bestraft. Schon im Januar 1860 steht er zusammen mit einer Ursula Hack „im Bürgersthurm dahier“ wegen nächtlicher Ruhestörung und Entwendungen erneut am Pranger.

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Jugend erobert den Bürgerturm

Im Februar 1914 beschloss der Magistrat den Umbau des Bürgerturms zu einem Schlauchtrockenturm. 150 Mark wurden für den Umbau genehmigt. Wie lange dann der Bürgerturm für die Trocknung der Feuerwehrschläuche verwendet wurde, ist nicht bekannt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Turm von der Hitlerjugend benutzt und nach dem Ende des Krieges diente er verschiedenen Jugendverbänden als Heim.

Zunächst fand der Bürgerturm aber Verwendung für kulturelle Zwecke. Der Journalist und Theaterfreund Erich Milchgießer hatte die „Eichendorff-Spielschar“ gegründet und mietete am 25. November 1946 für zwei Jahre den Turm mit vier Kammern und einem Treppenhaus für einen jährlichen Mietzins von 122,40 Mark um hier mit seiner Truppe proben zu können.

1948 fand die Spielschar offenbar bessere Probenräume, sie trat vom Mietvertrag zurück und überließ den Bürgerturm der Katholischen Jugend St. Georg. Der damalige Jugendleiter Heinrich Fischer bat die Stadt am 31. Mai 1948, hier ein Jugendheim einrichten zu dürfen und schloss einen Mietvertrag ab.

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